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Bürgerwindenergie Weisendorf im Bau – gigantische Windräder rollen an

Video: Gigantische Rotorblätter werden in der Nacht per Schwertransport durch Grossenseebach, Reinersdorf und Weisendorf transportiert. Interessierte Bürgerinnen und Bürger schauen begeistert zu.

Unter Federführung der Wust-Wind und Sonne GmbH & Co. KG wird ein Windpark auf dem Gebiet der Gemeinde Weisendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt realisiert.

Der Marktgemeinderat Weisendorf hat sich im Jahr 2023 für die Entwicklung eines Windparks im Gemeindegebiet ausgesprochen. Die Waldfläche an der westlichen Gemeindegrenze wurde beplant.

Der Windpark wird aus drei Anlagen vom Typ Vestas V-172 7.2 mit gesamt 21,6 MW Leistung bestehen. Es ist ein jährlicher Ertrag i. H. v. 39 Mio. kWh prognostiziert. Über uns konnte man sich im letzten Herbst mit Anteilen ab 500 Euro am Projekt beteiligen. Die Bürgerinnen und Bürger von Weisendorf und den angrenzenden Gemeinden wurden dabei bevorzugt.

Jetzt ist der Windpark zügig in der Umsetzung. Den Fortschritt kann man hier verfolgen. Für April 2027 ist die Inbetriebnahm geplant. Das wird alle beteiligten Bürgerinnen und Bürger freuen, und freut natürlich auch uns als Ewerg eG. Das Interesse an den Rotorblätter-Transporten ist teilweise so groß, dass man von Anwohnern schon hören konnte: Da sind mehr Menschen bei uns auf der Straße als bei der Kerwa!

Sonnenenergie für die Sonnenstraße

Vor gut einem Jahr beschloss der Vorstand der Fürther Kirchengemeinde Sankt Paul, die Energie der Sonne zu nutzen und gemeinsam mit der Bürger:innen-Energiegenossenschaft EWERG als Projektpartner zwei Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach der Kita in der Sonnenstraße zu installieren.

Pfarrer André Fischer sagt dazu: „Mich als Pfarrer hat die Idee, die Energie der Sonne für unsere Kinder zu nutzen, begeistert. Wir können damit eine Gabe der Schöpfung, der wir so viel abverlangen, sinnvoll verwenden. Für die Wahl des Partners EWERG sprach und spricht immer noch das Prinzip Bürgerenergie.“ Aber auch die Kommunikation auf Augenhöhe, die Zuverlässigkeit und nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit sympathischen Menschen findet der Pfarrer positiv.

Freudiges Ereignis: Vertreter von Kirchengemeinde und EWERG auf dem Solar-Dach der Kita in der Fürther Sonnenstraße. Foto: EWERG

Durch die eigene PV-Anlage der Kirchengemeinde – die EWERG betreibt auf einem großen, verpachteten Teil des Daches eine zweite (Volleinspeise-)PV-Anlage – werden die jährlichen Ausgaben für Strom in der Sonnenstraße um rund ein Drittel reduziert. Weitere Erlöse bringt die Einspeisung von überschüssigem Strom. 

Anders gesprochen: Die Kosten der Anlage amortisieren sich innerhalb der nächsten 13 Jahre. Bei einer zu erwartenden Lebensdauer von 25 Jahren zahlt die Anlage danach fast nochmal so lange direkt auf das Konto der Kirchengemeinde ein. Wertvolles Kapital, das auch den Kindern zugute kommt.
Mindestens genauso wichtig ist der durch die CO2-Reduzierung erzielte Klimaschutz und damit die Bewahrung der Schöpfung.

Neue Partner für den Klimaschutz

Rund fünf Millionen Euro hat die EWERG schon in die Erneuerbaren investiert, und die Genossenschaft wächst weiter. Warum man sich jetzt schon den zweiten Kooperationspartner an Bord geholt hat, erklärt EWERG-Vorstand Carsten Bartens.

Unter jeder seiner E-Mails steht dieser einprägsame Satz: „…Denn was wir heute tun, entscheidet, wie die Welt morgen aussieht“. Seit vier Jahren ist Carsten Bartens (63) im Vorstand der EWERG, der promovierte Ernährungswissenschaftler lebt in einer Patchwork-Familie mit vier Kindern. Foto: Privat

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Herr Bartens, nach Amperios aus dem Raum Neumarkt ist jetzt auch der Solartechnik-Anbieter CET Technology aus Höchstadt-Aisch mit von der Partie. Warum braucht EWERG diese Partner eigentlich?

Carsten Bartens: Wir wachsen und wollen uns deshalb professionalisieren beziehungsweise auf mehrere Füße stellen. Bei EWERG sind wir alle ehrenamtlich aktiv, deshalb brauchen wir leistungsfähige Partner, auf die wir uns verlassen können.

Was genau können solche Kooperationen leisten?

Bartens: In Rahmenverträgen ist exakt geregelt, wer was macht und in welcher Qualität. Wir Genossenschafter sind bei der Akquise, bei Kontakten zu Interessenten, ersten Analysen und Begehungen möglicher Standorte gefragt. Die erfahrenen Solateure bei CET und Amperios setzen das dann kostengünstig und in hoher Qualität um – wobei wir längst über Photovoltaik hinausdenken. Es geht zunehmend um Speicher, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur.

Es gibt ja schon Erfahrungen, etwa mit der CET…

Bartens: Genau, wir haben in unserem Stammgebiet rund um Erlangen schon viele Projekte etwa auf kommunalen Kindergärten oder auf dem Hemhofener Bauhof gemeinsam gestemmt. Die CET ist unser ältester Partner, der Vertrag stellt die gute Zusammenarbeit auf eine verlässliche Basis. Ähnliches gilt für Amperios, wo man tägliche Leidenschaft für die Energiewende mitbringt und als kundige Partner nun vorwiegend die Region im Großraum Nürnberg abdecken könnte.

Gehen andere Bürgerenergie-Genossenschaften auch solche Partnerschaften ein?

Bartens: Ab einer gewissen Größe ist das sinnvoll, die Industrie macht es genauso. Es garantiert Effizienz, Sicherheit und man muss nicht ständig alles neu aushandeln. Wir haben übrigens noch eine Partnerschaft in der Pipeline. Der Vertrag mit einer Erlanger Firma steht kurz vor der Unterschrift. Mit drei Partnern sind wir dann gut aufgestellt für die Zukunft.

Wie ist denn die Stimmung jetzt, nachdem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mit ihren Plänen für Empörung gesorgt hat?

Bartens: Reiche will die Energiewende stoppen, ihre Pläne konterkarieren alle Bemühungen der letzten Jahre, endlich unabhängig zu werden von fossilen Energien. Aber das alles ist noch längst nicht durch Bundestag und Bundesrat, es gibt Hoffnung, dass sich die Einsicht in die ökologische und ökonomische Realität durchsetzen und die teure Abhängigkeit von fossilen Energien enden wird. Wir Bürger-Energiegenossenschaften haben schon immer Lösungen finden müssen, die gesetzliche Lage war nie ideal für uns. Aber Rendite ist nicht unser erstes Ziel – das ist der Klimaschutz!

Partner Nummer zwei ist an Bord: Der Kooperationsvertrag zwischen EWERG und CET Technology aus Höchstadt-Aisch ist unterzeichnet. Foto: CET

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