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„Frau Reiche, es reicht!“

Wir waren da – und 12 000 andere Freundinnen und Freunde der Wind- und Sonnenenergie auch. Unter dem Motto „Erneuerbare Energien verteidigen“ hatte ein breites Bündnis am 18. April 2026 zur Demonstration in vier deutschen Großstädten aufgerufen. Eine EWERG-Delegation – circa 70 Mitglieder von Genossenschaft und Verein, Aktive aus Fürth, Erlangen und Nürnberg, dazu Sprecher, Vorstände, Aufsichtsräte – ­folgte dem Aufruf und protestierte mit vielen anderen am Siegestor in München gegen die unsäglichen Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).

Gute Stimmung bei den EWERG-Mitgliedern, die in München demonstriert haben.

Insgesamt 80 000 Menschen waren bundesweit auf den Beinen, empört über Reiches unbegreiflichen Versuch, die Energiewende auszubremsen und damit letztendlich einen vielversprechenden Industriezweig und wirksamen Klimaschutz plattzumachen. In München hatte etwa Astrophysiker Harald Lesch seinen nach eigenen Angaben ersten Auftritt bei einer Demonstration. Er verglich Reiches fossile Pläne unter anderem mit dem irrwitzigen Versuch, Induktionsherde aus den Küchen zu holen und wieder über offenem Feuer zu kochen.

Nebenbei: Die Sonne hat in München mitdemonstriert und schweißtreibend bewiesen, wie viel kostenlose Kraft sie hat.

Rund 12 000 protestierten gegen die Pläne von Ministerin Katherina Reiche am Münchner Siegestor.

Sein erster Auftritt bei einer Demonstration: Astrophysiker Harald Lesch auf Podium.

Gerade große Bürgerenergiegenossenschaften wie die EWERG wären von den Plänen von Ministerin Reiche besonders stark betroffen. Sie will bekanntlich in Netzgebieten mit viel nicht genutztem Ökostrom für neue Wind- oder Photovoltaikparks künftig keine Entschädigung mehr zahlen. Diesem Satz auf einigen Transparenten in München ist deshalb nichts hinzuzufügen: „Frau Reiche, es reicht!“

Es sieht so aus, als ob die Regierenden in Deutschland endgültig die Klimaziele von 2045 aus den Augen verlieren würden. Wir von der EWERG werden uns weiter wehren gegen diesen fatalen Plan.

18.04.2026 – Großdemo gegen Angriff auf die Energiewende!

Widerstand gegen die Pläne von Ministerin Reiche aus der Mitte der Gesellschaft in München, Hamburg, Berlin und Köln

In unserem letzten aktuellen Blogbeitrag am 3. März wiesen wir auf die Gefahr hin, dass die Gesetzespläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche drohen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien auf Jahre hinaus unwirtschaftlich zu machen bzw. bisherige Regelungen zur finanziellen Absicherung von netzengpassbedingten Abregelungen abzuschaffen (Redispatch-Vorbehalt).


Ohne gesicherte Einnahmen bzw. Entschädigungen bei Abregelungen könnten wir als Bürgerenergiegenossenschaft viele Projekte zukünftig nicht mehr realisieren und keine Reinvestitionen tätigen. 

Dabei ist vor dem Hintergrund des aktuellen Konflikts im Nahen Osten und der explodierenden Öl- und Gaspreise – so wie bereits 2022 klar: Es braucht mehr und nicht weniger erneuerbare Energien!

Erneuerbare Energien machen uns unabhängiger von Autokratien und Krisen, sorgen für günstige und stabile Energiekosten und für Wertschöpfung vor Ort. Dazu muss der dezentrale Ausbau der Erneuerbaren weitergehen, denn wir werden in Zukunft mehr und nicht weniger Strom verbrauchen als heute. Und damit auch ein schneller Ausbau des Stromnetzes.

Was können wir tun? – Gemeinsam agieren statt ohnmächtig zusehen!

Quer durch die Gesellschaft formiert sich Widerstand gegen die Pläne. Ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen und Verbände bringt diesen Widerstand am Samstag, 18. April um 12:00 Uhr mit Demonstrationen für die erneuerbaren Energien auf die Straße: in Berlin, Hamburg, Köln und München. Siehe hier: Link

Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft sind aufgerufen, sich hier zu beteiligen.
Mitglieder von Bürger:innen-Energiegenossenschaften, Umweltschutz-, Klimaschutz- und Energiewende-Vereinen & -Initiativen, Mieter:innen, Hauseigentümer:innen, Mitarbeiter:innen aus Unternehmen der Erneuerbaren Energien und dem Handwerk.
Denn es geht nicht „nur“ um das Klima und eine kostengünstige Energieversorgung, sondern um Zehntausende von Arbeitsplätzen.  

Beteiligen Sie sich an den Großdemos am 18. April.

Es müssen viele sein, damit ein starkes Signal an die Bundesregierung zur Änderung der Pläne gesandt wird. 
Auch seitens der EWERG möchten wir uns daher mit einer möglichst großen Gruppe an der Demonstration in München beteiligen. 

Start der Demonstration an der Siegessäule ist um 12:00 Uhr. 

Wenn Sie an einer gemeinsamen Anreise bzw. der Teilnahme an der Demo in München interessiert sind, dann melden Sie sich bitte unter demo_mch@ewerg.de 

Aktuell ist die Anreise per Bahn geplant (Deutschland- bzw. Bayern-Ticket-geeignet):

Abfahrt in Erlangen um 8:03 Uhr mit RE14 – Weiterfahrt/Zustieg in Nürnberg um 8:39 Uhr mit RE16 – Ankunft in München um 11:11 Uhr (Bevorzugte Verbindung, damit wir rechtzeitig in München sind)

Frontalangriff auf die Energiewende

Eine fatale Entscheidung, die in die Geschichtsbücher eingehen wird: Die Bundesregierung will den Ausbau der Erneuerbaren Energien drastisch ausbremsen. Deutschland verliert seine Klimaziele damit endgültig aus den Augen. Das sind keine guten Nachrichten für unsere Kinder und Enkel.

Fest steht: Die bedrohlich hohen CO₂-Emmision im Gebäudesektor wird Wirtschaftsministerin Katharina Reiche mit den geplanten Änderungen am Erneuerbaren Energiegesetz (EEG) und dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sicher nicht in den Griff bekommen.
Zwar enthält der Entwurf des „Netzanschlussplans“ auch dringend nötige und sinnvolle Änderungen. Aber leider auch solche, die den Bau neuer Anlagen drastisch erschweren oder unmöglich machen würden. Der Plan entpuppt sich als Trojanisches Pferd.


Und so sieht der Kern der 180-Grad-Wende aus dem Hause Reiche aus: Die Entschädigung für Anlagenbetreiber im Fall der Abregelung von Anlagen durch den Netzbetreiber bei Netzengpässen in Netzgebieten mit mehr als 3 Prozent abgeregelter Leistung entfallen. Die Netzanschlusspflicht soll in bestimmten Regionen bis zu zehn Jahre entfallen. Und im Falle des Anschlusses sollen Betreiber zukünftig sogar an den Kosten des Netzausbaus beteiligt werden.

Was bedeutet das für uns? Bezogen auf unsere bisherigen Investitionen können wir beruhigen. Sie sind von den Änderungen nicht betroffen. Aber unsere zukünftigen Entwicklungschancen wären gefährdet. Ohne dass die Vergütung der eingespeisten Energie gesichert ist, können wir keine Anlagen errichten. Wird die Netzanschlusspflicht tatsächlich ausgesetzt, können wir als regionale Genossenschaft nicht in andere Netzgebiete ausweichen.

Sonnenstrom vom eigenen Dach – das könnte bald der Vergangenheit angehören. Die geplanten Gesetzesänderungen der Bundesregierung gefährden die Erneuerbaren massiv und könnten die Energiewende ausbremsen. Das muss verhindert werden!

Alternative Vermarktungsformen wie das Energy-Sharing sind durch die jüngsten Gesetzesänderungen auf dem Papier zwar möglich, aber völlig unwirtschaftlich. Es entsteht nämlich ein hoher abrechnungstechnischer Aufwand, für den es keine finanzielle Entlastung gibt.

Auch Mieterstrommodelle zur Vor-Ort-Versorgung können dann nicht im großen Stil umgesetzt werden. Stattdessen werden die Verbraucher in die Kostenfalle und die Abhängigkeit der fossilen Industrie getrieben.


Noch eines: Die Genehmigung von Batteriespeichern soll ebenfalls erschwert werden. Gleichzeitig drohen wir durch den geplanten massiven Zubau an Gaskraftwerken von zweifelhaften Lieferländern abhängig zu werden.

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