Aktuelles
Frontalangriff auf die Energiewende
Eine fatale Entscheidung, die in die Geschichtsbücher eingehen wird: Die Bundesregierung will den Ausbau der Erneuerbaren Energien drastisch ausbremsen. Deutschland verliert seine Klimaziele damit endgültig aus den Augen. Das sind keine guten Nachrichten für unsere Kinder und Enkel.
Fest steht: Die bedrohlich hohen CO₂-Emmision im Gebäudesektor wird Wirtschaftsministerin Katharina Reiche mit den geplanten Änderungen am Erneuerbaren Energiegesetz (EEG) und dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sicher nicht in den Griff bekommen.
Zwar enthält der Entwurf des „Netzanschlussplans“ auch dringend nötige und sinnvolle Änderungen. Aber leider auch solche, die den Bau neuer Anlagen drastisch erschweren oder unmöglich machen würden. Der Plan entpuppt sich als Trojanisches Pferd.
Und so sieht der Kern der 180-Grad-Wende aus dem Hause Reiche aus: Die Entschädigung für Anlagenbetreiber im Fall der Abregelung von Anlagen durch den Netzbetreiber bei Netzengpässen in Netzgebieten mit mehr als 3 Prozent abgeregelter Leistung entfallen. Die Netzanschlusspflicht soll in bestimmten Regionen bis zu zehn Jahre entfallen. Und im Falle des Anschlusses sollen Betreiber zukünftig sogar an den Kosten des Netzausbaus beteiligt werden.
Was bedeutet das für uns? Bezogen auf unsere bisherigen Investitionen können wir beruhigen. Sie sind von den Änderungen nicht betroffen. Aber unsere zukünftigen Entwicklungschancen wären gefährdet. Ohne dass die Vergütung der eingespeisten Energie gesichert ist, können wir keine Anlagen errichten. Wird die Netzanschlusspflicht tatsächlich ausgesetzt, können wir als regionale Genossenschaft nicht in andere Netzgebiete ausweichen.


Alternative Vermarktungsformen wie das Energy-Sharing sind durch die jüngsten Gesetzesänderungen auf dem Papier zwar möglich, aber völlig unwirtschaftlich. Es entsteht nämlich ein hoher abrechnungstechnischer Aufwand, für den es keine finanzielle Entlastung gibt.
Auch Mieterstrommodelle zur Vor-Ort-Versorgung können dann nicht im großen Stil umgesetzt werden. Stattdessen werden die Verbraucher in die Kostenfalle und die Abhängigkeit der fossilen Industrie getrieben.
Noch eines: Die Genehmigung von Batteriespeichern soll ebenfalls erschwert werden. Gleichzeitig drohen wir durch den geplanten massiven Zubau an Gaskraftwerken von zweifelhaften Lieferländern abhängig zu werden.
Neue Partner an Bord
Zusammenarbeit vereinbart: Unsere EWERG und die Oberpfälzer AMPERIOS Holding GmbH haben eine langfristige Kooperation beschlossen. Ziel ist es, gemeinsam Photovoltaik – und Energiespeicherprojekte in der Oberpfalz und in Franken anzugehen. Die neue Partnerschaft verbindet regionales Handwerk, technische Expertise und bürgerschaftliches Engagement – damit die Energiewende vorankommt.
Was macht AMPERIOS, einen inhabergeführten Meisterbetrieb für ganzheitliche Energielösungen, zum idealen Partner unserer Bürger:innen-Energiegenossenschaft ? Die Pyrbaumer bringen engagierte Ingenieure, Elektriker, Techniker, Zimmerer, Dachdecker und Solarteure mit, deren Know-how mit der langjährigen Expertise der EWERG ideal zusammengeht. Damit es im Photovoltaik-Dschungel klare Antworten und kluge Lösungen gibt.
„Die Energiewende gelingt nur, wenn wir sie gemeinsam anpacken – technisch kompetent, wirtschaftlich sinnvoll und mit den Menschen vor Ort“, sagt dazu Jonas Schiel, Geschäftsführer der AMPERIOS Holding GmbH. „Genau hier setzt die Kooperation mit der EWERG an.“

Strahlende Partner: Vertreter der EWERG (Vorstandsmitglied Carsten Bartens 2. v. links) und AMPERIOS unterzeichnen den Partnerschaftsvertrag.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, zahlreiche bislang ungenutzte Dachflächen in der Region mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Ergänzend kommen moderne Batteriespeicher zum Einsatz, um den erzeugten Solarstrom möglichst effizient vor Ort zu nutzen. Zentral wird sein, dass sich Bürgerinnen und Bürger finanziell an den Photovoltaik- und Speicherprojekten beteiligen können. Auch Menschen ohne eigene Immobilie können so aktiv von der regionalen Stromerzeugung profitieren.
Die Genossenschaft EWERG organisiert dabei die Beteiligung der Bevölkerung, bündelt Bürgerkapital und schafft transparente Strukturen für Planung, Finanzierung und Betrieb der Anlagen. Ziel ist es, regionale Wertschöpfung zu fördern und die Energieversorgung langfristig in Bürgerhand zu halten.
EWERG-Vorstandsmitglied Dr. Carsten Bartens erklärt: „Bürgerenergie heißt, Verantwortung für die eigene Energieversorgung zu übernehmen. Bei der Zusammenarbeit mit AMPERIOS verbinden wir genossenschaftliche Beteiligung mit handwerklicher Umsetzungskompetenz aus der Region – eine Kombination, die Projekte möglich macht, die allein nicht realisierbar wären.“
Die Sonne liefert
Die nächsten 20 Jahre fließt kostenloser Solarstrom in Hemhofen – und die Bürgerinnen uind Bürger dort sind daran beteiligt: In der PV-Anlage Bürgersolar 2 auf dem Gelände der Kläranlage mit 153 kWp Leistung ist jetzt der Zähler für die Volleinspeisung gesetzt worden.

Blick von oben auf die Anlage, deren Zähler jetzt gesetzt wurde.
Vorher musste die Bayernwerk Netz GmbH Umbauten am vorhandenen Trafo vornehmen und weitere Netzabgänge installieren. Die EEG-Inbetriebnahme der PV-Anlage war am 30. April 2025, eine Voraussetzung dafür, dass der Zähler in Auftrag gegeben werden konnte. Dank geht hier wieder an den sehr aktiven Energiebeirat Hemhofen und an Bürgermeister Nagel.
Die Zusammenarbeit von EWERG, Gemeinde Hemhofen und Energiebeirat hat sich schon bei der ersten Bürgersolaranlage in Hemhofen bewährt. Vorausgegangen war im Januar 2025 eine sehr gut besuchte Informationsveranstaltung, bei der Interessierte Fragen zu. Technik, Netzanschluss und Finanzierung stellen konnten.

Hier fließt bald klimafreundlicher Strom: Die neue Anlage auf dem Gelände der Kläranlage Hemhofen.
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