Neue Partner für den Klimaschutz
Rund fünf Millionen Euro hat die EWERG schon in die Erneuerbaren investiert, und die Genossenschaft wächst weiter. Warum man sich jetzt schon den zweiten Kooperationspartner an Bord geholt hat, erklärt EWERG-Vorstand Carsten Bartens.

Unter jeder seiner E-Mails steht dieser einprägsame Satz: „…Denn was wir heute tun, entscheidet, wie die Welt morgen aussieht“. Seit vier Jahren ist Carsten Bartens (63) im Vorstand der EWERG, der promovierte Ernährungswissenschaftler lebt in einer Patchwork-Familie mit vier Kindern. Foto: Privat
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Herr Bartens, nach Amperios aus dem Raum Neumarkt ist jetzt auch der Solartechnik-Anbieter CET Technology aus Höchstadt-Aisch mit von der Partie. Warum braucht EWERG diese Partner eigentlich?
Carsten Bartens: Wir wachsen und wollen uns deshalb professionalisieren beziehungsweise auf mehrere Füße stellen. Bei EWERG sind wir alle ehrenamtlich aktiv, deshalb brauchen wir leistungsfähige Partner, auf die wir uns verlassen können.
Was genau können solche Kooperationen leisten?
Bartens: In Rahmenverträgen ist exakt geregelt, wer was macht und in welcher Qualität. Wir Genossenschafter sind bei der Akquise, bei Kontakten zu Interessenten, ersten Analysen und Begehungen möglicher Standorte gefragt. Die erfahrenen Solateure bei CET und Amperios setzen das dann kostengünstig und in hoher Qualität um – wobei wir längst über Photovoltaik hinausdenken. Es geht zunehmend um Speicher, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur.
Es gibt ja schon Erfahrungen, etwa mit der CET…
Bartens: Genau, wir haben in unserem Stammgebiet rund um Erlangen schon viele Projekte etwa auf kommunalen Kindergärten oder auf dem Hemhofener Bauhof gemeinsam gestemmt. Die CET ist unser ältester Partner, der Vertrag stellt die gute Zusammenarbeit auf eine verlässliche Basis. Ähnliches gilt für Amperios, wo man tägliche Leidenschaft für die Energiewende mitbringt und als kundige Partner nun vorwiegend die Region im Großraum Nürnberg abdecken könnte.
Gehen andere Bürgerenergie-Genossenschaften auch solche Partnerschaften ein?
Bartens: Ab einer gewissen Größe ist das sinnvoll, die Industrie macht es genauso. Es garantiert Effizienz, Sicherheit und man muss nicht ständig alles neu aushandeln. Wir haben übrigens noch eine Partnerschaft in der Pipeline. Der Vertrag mit einer Erlanger Firma steht kurz vor der Unterschrift. Mit drei Partnern sind wir dann gut aufgestellt für die Zukunft.
Wie ist denn die Stimmung jetzt, nachdem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mit ihren Plänen für Empörung gesorgt hat?
Bartens: Reiche will die Energiewende stoppen, ihre Pläne konterkarieren alle Bemühungen der letzten Jahre, endlich unabhängig zu werden von fossilen Energien. Aber das alles ist noch längst nicht durch Bundestag und Bundesrat, es gibt Hoffnung, dass sich die Einsicht in die ökologische und ökonomische Realität durchsetzen und die teure Abhängigkeit von fossilen Energien enden wird. Wir Bürger-Energiegenossenschaften haben schon immer Lösungen finden müssen, die gesetzliche Lage war nie ideal für uns. Aber Rendite ist nicht unser erstes Ziel – das ist der Klimaschutz!

Partner Nummer zwei ist an Bord: Der Kooperationsvertrag zwischen EWERG und CET Technology aus Höchstadt-Aisch ist unterzeichnet. Foto: CET
