Jetzt erst recht!

Fröhliche Aufbruchstimmung bei den Fans der Erneuerbaren? Echt jetzt?

Schwer vorstellbar in Zeiten, in denen eine Bundeswirtschaftsministerin neue Gaskraftwerke ordert und den Ökostrom am liebsten abwürgen würde. Und doch: Sechs EWERG-Aktive, die beim Bürgerenergie-Konvent 2026 im oberfränkischen Hirschaid waren, haben genau das miterlebt. Jetzt erst recht, unter diesem Motto wollen rund 260 Energiewende-Freund*innen die Ärmel hochkrempeln, auch wenn die Zeichen gerade auf Sturm stehen.

Mehr als eine halbe Million Energiebürger*nnen, die sich für dezentrale Energie in Bürgerhand engagieren, vertritt nach eigenen Angaben das Bündnis Bürgerenergie (BBEn), der Veranstalter des Konvents. Diese Menschen sind vor allem in Energiegenossenschaften und Vereinen zu finden, in Kommunen oder am flachen Land.

Solarzellen so weit das Auge reicht: Mit viel Optimismus wurde in Hirschaid über Energie in Bürgerhand diskutiert.

Was Christl Kuhn von der fränkischen EWERG besonders freut: Die Szene wird zunehmend jünger und auch weiblicher. Gerade auf der Bühne seien viele Frauen zwischen 25 und 45 zu sehen gewesen. Der jährliche Konvent bietet ihnen allen Raum für Vernetzung, Austausch, neue Ideen und die Entstehung einer starken, solidarischen Community.

„Die große Beteiligung zeigt: Menschen wollen Bürgerenergie – trotz politischem Gegenwind. Sie wollen die Energiewende selbst mitgestalten, Verantwortung übernehmen und vor Ort Wertschöpfung schaffen. Dieses Engagement ist ein klares Signal an die Politik“, sagte Harald Uphoff, politischer Vorstand des Bündnis Bürgerenergie.

Ein inhaltlicher Höhepunkt war die Podiumsdiskussion „Power für die Region: Wie lokale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien vor Ort wirkt“. Auf dem Podium diskutierten Bundespolitiker*innen, Vertreter*innen aus Kommunen, Stadtwerken und dem Bauernverband. Rückenwind bekam die Debatte durch eine Mitte April veröffentlichte Studie des Bundes­wirtschafts­ministeriums: Sie belegt, dass Wind- und Solarenergie bereits heute erhebliche regionale Wertschöpfung schaffen – 2023 rund 3,5 Milliarden Euro, bis 2033 voraussichtlich 12,4 Milliarden Euro.

Sie Sonne scheint weiter – und immer mehr Menschen wollen sie umweltfreundlich nutzen.

Der Bürgerenergie-Konvent 2026 zeigt damit deutlich: Bürgerenergie ist weit mehr als Energiepolitik. Sie steht für demokratische Teilhabe, regionale Wertschöpfung – und für eine engagierte Zivilgesellschaft, die die Energiewende trotz politischer Widerstände vorantreibt.