Bürgerwindenergie Weisendorf im Bau – gigantische Windräder rollen an

Video: Gigantische Rotorblätter werden in der Nacht per Schwertransport durch Grossenseebach, Reinersdorf und Weisendorf transportiert. Interessierte Bürgerinnen und Bürger schauen begeistert zu.

Unter Federführung der Wust-Wind und Sonne GmbH & Co. KG wird ein Windpark auf dem Gebiet der Gemeinde Weisendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt realisiert.

Der Marktgemeinderat Weisendorf hat sich im Jahr 2023 für die Entwicklung eines Windparks im Gemeindegebiet ausgesprochen. Die Waldfläche an der westlichen Gemeindegrenze wurde beplant.

Der Windpark wird aus drei Anlagen vom Typ Vestas V-172 7.2 mit gesamt 21,6 MW Leistung bestehen. Es ist ein jährlicher Ertrag i. H. v. 39 Mio. kWh prognostiziert. Über uns konnte man sich im letzten Herbst mit Anteilen ab 500 Euro am Projekt beteiligen. Die Bürgerinnen und Bürger von Weisendorf und den angrenzenden Gemeinden wurden dabei bevorzugt.

Jetzt ist der Windpark zügig in der Umsetzung. Den Fortschritt kann man hier verfolgen. Für April 2027 ist die Inbetriebnahm geplant. Das wird alle beteiligten Bürgerinnen und Bürger freuen, und freut natürlich auch uns als Ewerg eG. Das Interesse an den Rotorblätter-Transporten ist teilweise so groß, dass man von Anwohnern schon hören konnte: Da sind mehr Menschen bei uns auf der Straße als bei der Kerwa!

Windenergie in Deutschland: Wir laufen in die falsche Richtung.

Während der Ausbau der Windkraft insgesamt voranschreitet, zeigt sich eine klare Schieflage: Der Süden bleibt weitgehend außen vor. Aktuelle Ausschreibungen sprechen eine deutliche Sprache – nur ein Bruchteil der bezuschlagten Leistung entfällt auf süddeutsche Bundesländer.

Warum ist das problematisch?

Ein rein auf Erzeugungskosten fokussierter Ausbau ignoriert zentrale Systemeffekte:
– Höhere Netzausbaukosten
– Mehr Redispatch
– Steigende Übertragungsverluste
– Wachsende Gesamtkosten für das Energiesystem

Studien zeigen: Mehr Windenergie nahe an Verbrauchszentren senkt genau diese Kosten – auch wenn die Stromerzeugung vor Ort teurer ist.

Das eigentliche Problem liegt im Design der Ausschreibungen:
Projekte im Süden sind strukturell benachteiligt – trotz ihrer systemischen Vorteile. Ergebnis: Ein volkswirtschaftlich ineffizienter Ausbaupfad.

Was jetzt nötig ist:
– Regionale Ausgewogenheit im Ausbau
– Berücksichtigung systemischer Kosten im Marktdesign
– Zeitlich befristete Sonderausschreibungen für Süddeutschland

Denn klar ist:
Ein kosteneffizientes Energiesystem entsteht nicht durch den günstigsten Standort allein – sondern durch das richtige Zusammenspiel im Gesamtsystem.

Zu diesem Ergebnis kommt ein breites Bündnis dieser Unternehmen:

Ausführlich ist obiger Sachverhalt und die Lösung dessen in diesem Positionspapier beschrieben: Link